Goldfall – Kapitel 20: Epilog

Es war Mittag des nächsten Tages.

Der Heiler mit der schwammigen Nase hatte gegen gutes Gold Leartos Bisswunden desinfiziert und, wo nötig, genäht und Struggel ein Gebräu gegen seine Halsschmerzen verordnet. In allem, so befand er, war es ein Wunder, dass sie noch lebten.

Über ein Wunder sprachen sie auch mit der Hohepriesterin und deren Mutter, die die bislang ergebnislose Ekstase beendeten, als ihnen die jüngsten Ereignisse zu Ohren kamen. Mit heiserer Stimme erinnerte Struggel, nicht ohne Stolz, daran, dass er es gewesen war, der Kardia von Anfang an verdächtigt hatte; nicht wegen ihrer Magie, sondern ob der Genugtuung, die sich an jenem Abend in ihrem Gesicht gespiegelt und ganz und gar nicht zum Scheitern des Mirakels gepasst hatte. Er gab allerdings zu, dass er bis zu dem Zeitpunkt, da sie ihr in ihrem geheimen Labor gegenüber standen, keine Ahnung gehabt hatte, dass das Gold von Menschenhand aus dem Fluss gefiltert worden war.

Die Hohepriesterin bestätigte, dass Lyreya in vielen heiligen Schriften als Hüterin des Geheimnisses ewiger Jugend erwähnt werde. Dass Kardia aber geglaubt hatte, diese durch den Diebstahl des Goldes erlangen zu können, zeige, wie verbittert sie gewesen war und wie wenig sie die Göttin tatsächlich verstanden hatte.

Als die beiden Helden sich anschickten, den Tempel zu verlassen, hielt die Priesterin Struggel noch auf ein Wort unter vier Augen zurück: „Ich habe Eurer Schilderung der Ereignisse aufmerksam gelauscht, Struggel vom Volk der Trosh. Ihr habt Euch mit dem Wesen der Göttin vertraut gemacht, ihre Gaben zu nutzen gelernt und ihre Legenden erforscht. Ihr habt eine schwere Prüfung gemeistert und, wie ich glaube, Euren Glauben gefunden.“

Struggel antwortete nicht. Er starrte einige Herzschläge lang ausdruckslos, dann wandte er sich abrupt um und zappelte Learto hinterher.

Beide kamen überein, dass sie nichts mehr in Goldfall hielt, und so packten sie noch in derselben Stunde ihre sieben Sachen. Als sie die Taverne verließen, wartete der Dorfsprecher Gorwin auf dem frisch angeschneiten Dorfplatz auf sie, um ihnen händeschüttelnd zu danken und sich bei Struggel für den Argwohn, den man ihm entgegen gebracht hatte, zu entschuldigen. Irgendwo im Hintergrund stand der Bärtige und nickte.

Als sie die Dorfmitte zufrieden verließen, hob hinter ihnen Gemurmel an. Sie wandten sich um und sahen, wie Leute durcheinander liefen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich eine Neuigkeit, und binnen weniger Augenblicke bildete sich beim Wasserfall eine riesige Menschenmenge, deren Jubel und Geschrei zwischen den Felswänden widerhallten. Struggel zog Learto an den Beinlingen und verlangte, seinen Stolz außer Acht lassend, dass er ihn augenblicklich hoch hob, damit auch er sehen könne, was da vor sich ging. Als Learto es sah, strahlte er über das ganze Gesicht und entsprach der Bitte nur allzu gerne. Von den Schultern des Schmiedes aus war Struggel Zeuge, wie sich helle, glänzende Strähnen im Wasser bildeten, zuerst nur vereinzelt, dann immer mehr und immer öfter. Die Begeisterung der Leute kannte kaum Grenzen. Sie lachten, weinten und schrien: „Das Wunder! Kommt und seht! Das Wunder!!“, und die Sonne erreichte gerade ihren höchsten Stand, als sich die goldenen Fäden verdichteten und schließlich, mit einem gewaltigen Rauschen, wunderbares Gold aus dem Goldfall schwallte.

Struggels kleiner Mund stand weit offen, und er blinzelte gegen die Strahlen der Sonne, die sich in der gleißenden Fontäne brachen und von Lyreyas Gnade zeugten.

Ende

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Goldfall – Kapitel 19: Die Kaverne

Im Halbschatten erweiterte sich der Tunnel zu einer natürlichen Kaverne.

Ein halbes Dutzend Öllampen, verteilt über fast dreißig Schritt, hingen an den feuchten Wänden und gaben gerade genug Licht, um zu sehen, dass durch das hintere, höher gelegene Drittel der Höhle ein Bach rauschte. Zahllose Tröpfchen hingen in der Luft und trieben einem den Schweiß aus den Poren. Die Feuchtigkeit vermischte sich mit fremdartigen Gerüchen, die weder Struggel noch Learto einordnen konnten. Überall standen Töpfe und Kessel und Tische mit Mörsern, Stößeln und anderem alchemistischen Gerät.

In der Mitte, auf einem kraterartigen, steinernen Sockel, befand sich ein Dreibein mit einem Kessel, an dessen Unterseite rötliche Flammen leckten. Im Schein des Feuers stand Kardia. Ihr graues Haar war zerzaust, und in ihren Augen loderte Wahnsinn. Triumphal hob sie einen Kelch empor, doch dann erspähte sie die Eindringlinge am Höhleneingang.

„Ihr? Wie seid Ihr hierher gelangt? Und wo ist Reißer?“

Struggel blickte sie so finster an, wie er konnte. „Ihr habt mich unterschätzt, Harfenspielerin, und Euer schrecklicher Hund ist Malmerfutter.“

Kardia neigte langsam den Kopf und ließ enttäuscht die Mundwinkel hängen. Dann begann sie zu lachen, schrill und heiser. „Und dennoch bin ich am Ziel meiner Reise! All die Jahre werden hinweggefegt werden wie von einem lauen Frühlingswind. Unschuld und Liebreiz werden das unvergessen machen, was sie mir angetan haben.“

Learto, durch den Blutverlust bleich im Gesicht, stützte sich an einem Stalagmiten ab, während Struggel neugierig wurde. „Was, äh, haben die Jahre Euch denn angetan?“

Kardia blickte auf den Kelch in ihrer Hand. In dem Metall spiegelte sich ihr Gesicht. Sie presste die Lippen aufeinander, um die Traurigkeit zu unterdrücken, die sich wie ein Krampf über ihre Miene breitete. „Zu alt“, schrie sie und richtete wässrige Augen auf Struggel, „zu alt sei ich gewesen für die Weihen der Göttin, könnt Ihr Euch das vorstellen? Ich, die ich meine Gabe von Lyreya selbst empfing! Ich, die ich meine Schönheit und Anmut pflegte und allen Gelüsten versagte, um rein zu sein für sie… für sie.“ Sie fletschte die Zähne.

Struggel und Learto warfen einander Blicke zu.

Da begann Kardia wieder leise zu kichern und auf den Kelch zu deuten. „Das hier wird alles ändern. Alles wird sich ändern. Und Ihr,“ verkündete sie laut, „werdet Zeugen des wahren Wunders von Goldfall werden!“

Sie hob bedrohlich den Kelch, doch Learto und Struggel waren zu weit entfernt, um sie davon abzuhalten. „Ewige Jugend!“, schrie Kardia und leerte den Trank in einem Zug.

Eine golden schimmernde Flüssigkeit rann ihr über das Kinn und tropfte zu Boden. Selbstbewusst schleuderte sie das bronzene Gefäß von sich. Es zertepperte einige herumstehende Kolben und fand schließlich eine Mulde im Boden, in der es langsam hin- und herrollte und die letzten Tropfen flüssigen Goldes preisgab.

Nun verstanden sowohl Struggel als auch Learto, was geschehen war. Das Gold war gar nicht ausgeblieben. Kardia hatte es gestohlen! Ein flüchtiger Blick nach hinten zeigte die Umrisse einer großen Apparatur, mit der die Harfenspielerin es offenbar aus dem unterirdischen Bach gefiltert hatte.

Mit den Fingerkuppen wischte Kardia die Reste des Tranks von ihren Lippen. Dann begutachtete sie ihre Hände, in der Erwartung, dass die Haut glatt und rosa würde, die Altersflecken verschwänden und die Finger wieder zart und feingliedrig würden. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Haut wurde spröde und platzte auf. Blutige Risse bildeten sich, auch auf ihren Armen und im Gesicht, begleitet von einem Geräusch wie zerknülltes Pergament. Auch ihre Augen wurden stumpf, und während ihre Lippen nach innen sanken, traten ihre Knochen nach außen. Geschwüre bildeten sich an ihrem Hals, und ein Buckel zwang sie erbarmungslos aus ihrer aufrechten Haltung.

Als die Verwandlung abgeschlossen war und sie die gelblichen Krallen an ihren gichtbefallenen Händen sah, hallte ein gellender Schrei durch die Höhle. Mit einer einzigen Handbewegung fegte sie den riesigen Kessel vom Dreibein, so dass er in Struggels Richtung polterte. Der Trosh sah das schwere Gußeisen auf sich zurollen und sprang im letzten Augenblick zur Seite. Hinter ihm zerschmetterte der Kessel einen Holztisch in tausend Teile.

Learto bemühte seine letzten Kraftreserven und stürmte mit erhobenem Hammer vor. „Stirb, Elende!“, rief er und hob zu einem großen Schlag an, doch die Kreatur, zu der Kardia geworden war, fing seinen Arm mit dem ihren ab. Mit der Kraft eines Ghuls zwang sie ihm den Hammer aus der Hand und schleuderte den Schmied nach hinten. Wie eine Puppe flog er, der an die hundert Stein wog, durch die Luft und krachte in ein Wandregal. Tiegel mit Pulver zerbarsten und hüllten ihn in eine rosafarbene Wolke.

Als sie sich Struggel zuwandte, pustete dieser so fest er konnte. Die Sturmböe, die er dadurch erzeugte, fegte sogar Tische an die Wand, doch Kardias Körper stellte sich mit übermenschlicher Kraft dagegen. Mit zwei großen Schritten war sie bei ihm und drückte ihm die Kehle zu. Heiser zischte sie ihm ins Gesicht: „Das ist Eure Schuld. Ihr habt den Trank verdorben. Ihr… Ihr…“

Alles begann sich vor seinen Augen zu drehen, auch Learto, der sich aus dem Staub befreite und hustend nach seinem Hammer tastete. Doch die Kreatur, so viel war gewiss, war mit Waffen nicht zu verletzen. Hilflos strampelte der Trosh in ihrem Griff, und während er in ihre stierenden Augen blickte und die letzte Luft aus seinen Lungen wich, hauchte er: „Lyreya…“

Es war das erste Mal, dass Struggel den Namen der Göttin in den Mund nahm.

Da wusste Learto plötzlich: Lyreya war die Lösung! Die Göttin hatte Kardia ob ihres Frevels zu ihrem genauen Gegenteil verkehrt. Das Gold hatte sie altern und hässlich werden lassen, anstatt ihr Jugend und Schönheit wiederzugeben. Wenn alles genau verkehrt war, dann…

Eilig holte er unter seinem Hemd die kleine hölzerne Flöte hervor, die Struggel verschmäht hatte, und setzte sie an seine Lippen. Der Trosh verlor indessen das Bewusstsein und sank mit geschlossenen Augen in Kardias Klauen zusammen. Learto legte die Finger an die Flöte, wie sein Bruder es immer getan hatte, und er blies sanft, nicht fest. Learto hatte nie die Geduld besessen, der Flöte saubere Töne zu entlocken, doch hier und jetzt musste er es schaffen. Er musste, oder sie beide würden diese Kaverne nicht lebend verlassen! Seine rechte Hand zitterte, und sein Atem ging so unregelmäßig, dass der Ton beinahe in sich zusammen fiel. Doch schließlich drang er voll und rund aus der Flöte und schwoll in der Höhle zu einer Lautstärke an, die sich mühelos gegen das unterschwellige Rauschen durchsetzte.

Wie von einem Hieb getroffen ließ Kardia den Trosh fallen und wirbelte herum.

Learto setzte die Finger anders und blies erneut. Ein weiterer Ton pfiff heraus, zunächst schwanger von Atemluft, doch dann verschloss Learto die Löcher besser, und der Ton vereinigte sich sauber mit dem Hall des letzten. Kardias deformierter Körper hielt sich die Ohren zu.

Learto arrangierte die Finger um und hob zu einem dritten Ton an. Als dieser erklang, wand sich Kardia bereits vor Schmerzen am Boden. Die Musik, die einst ihr Leben war, bedeutete nun ihren Tod. Learto schaffte es noch, der Flöte einen vierten und auch einen fünften Ton zu entlocken, bis Kardias verunstaltete Hülle sich in letzten Zuckungen am Boden wand und erstarb.

Als ihr unseliges Keuchen nicht mehr zu hören war, kroch Learto zu Struggel und stellte erleichtert fest, dass er, wenn auch schwach, atmete.

Er verdammte die Harfenspielerin und ihr Hexenwerk lauthals und zertrümmerte vor Wut einige alchemistische Apparaturen, bevor er sich Struggel auf den Rücken lud, sich mit einem lauten Stöhnen auf die Beine hievte und nach draußen wankte.

Dies war eines der 20 Kapitel der Fantasy-Geschichte Goldfall, die im Rahmen dieses Blogs veröffentlicht wird. Lies morgen im nächsten Blogpost, wie die Geschichte weitergeht!

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Goldfall – Kapitel 18: Späte Erinnerung

Es war noch nachts gewesen, als Struggel erneut die Harfe gehört hatte – als würde sie ihn rufen.

Learto schlief noch tief und fest und ließ sich nicht wecken, also schlüpfte der Trosh hastig in sein Übergewand und zappelte nach draußen. Ein kühler Wind wehte über den Dorfplatz und trug eine sich wiederholende Melodie an sein Ohr. Anders als die Nacht zuvor, war der Klang jedoch dünn und fein und gerade laut genug, um ihn neugierig zu machen.

Die Musik ertönte von oberhalb des Wasserfalls, daher zögerte er nicht lange und lief zur Goldfall-Promenade. Auf dem Weg sah er in das Gesicht eines Mädchens, dessen spitze Nase unter einem Kapuzenumhang hervorlugte. Sie kam ihm vage bekannt vor…

Oberhalb des Wasserfalls fand er die Quelle der Melodie: Kardia stand da, in einen wollenen Mantel gekleidet, mit einem langen Schal, der ihren faltigen Hals vor der Kälte schützte. Als sie ihn sah, ließ sie eine kleine Handharfe aus einer knöchrigen Hand in ihren Gürtel gleiten.

„Sieh an, auch Trosh vermögen der Macht der Musik nicht zu widerstehen. Vor allem, wenn sie Sklaven ihrer eigenen Neugierde sind.“

Reißer lag ihr zu Füßen, doch nun erhob er sich und schlich wie ein lauerndes Raubtier um ihn herum. Zu spät erkannte Struggel, dass er sich Kardia ausgeliefert hatte.

„Kommt näher!“, befahl sie, und Struggel spürte Reißers Schnauze in seinem Rücken.

„Euer Spiel wird nicht unentdeckt bleiben, Harfenspielerin. Ich habe Euch durchschaut, und wenn mir etwas Schlimmes widerfährt, wird mein Freund Learto Euch zur Rechenschaft ziehen.“

Kardia warf den Kopf in den Nacken und lachte. „Ihr wollt mir drohen? Seid nicht närrisch, kleiner Trosh. Niemand hier wagt es, auch nur ein schlechtes Wort über mich zu verlieren. Ich bin Mitglied des Dorfrates seit mehr Jahren als ihr auf dieser Welt seid. Ich bin ein respektiertes Mitglied dieser Gemeinde und über jeden Zweifel erhaben. Ich habe das Talent des Harfenspiels von der Göttin selbst erhalten, und Ihr würdet staunen, welche Macht damit einher geht…“

Struggel schwitzte, während er Reißers Druck weiter nachgab und sich langsam Kardia näherte. „Das ist also Euer Verbrechen! Ihr missbraucht Eure Gabe und lästert auf diese Weise der Göttin. Darum blieb das Wunder aus. Euretwegen, nicht meinetwegen!“

Kardia kicherte amüsiert. „Habt Ihr Euch tatsächlich so wichtig genommen, dass Ihr glaubtet, das Wunder von Goldfall wäre Euretwegen ausgeblieben? Wegen eines kleinen, unbedeutenden Gnomes?? Ihr überschätzt Euch maßlos, Struggel vom Volk der Trosh, und das ist auch der Grund, weshalb Eure Neugierde hier und jetzt ein Ende finden wird. Tragischerweise werdet Ihr nie erfahren, worum es hier wirklich geht.“

Struggel blickte sich hilfesuchend um. „Was habt Ihr vor? Was habt Ihr vor??“ Da spürte er, wie Reißers Kopf sich unter seinen Hosenboden schob und ihn mit einem kraftvollen Ruck nach oben katapultierte. Während sich alles um ihn drehte und sein Körper über die Absperrung fiel, schrie er und schaffte es gerade noch, sich mit einer Hand am Seil festzuhalten.

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Goldfall – Kapitel 17: Reißer

Speichel troff dem Hund von den Lefzen, als er für einen kurzen Augenblick innehielt. Er schien es zu genießen, die beiden Eindringlinge durch seine bloße Erscheinung in Schrecken zu setzen. Reißer war ein catorischer Kampfhund von fast einem Schritt Schultermaß. Sein Fell war kurz und dunkel. Darunter wölbten sich Muskeln und Sehnen, und seine Läufe endeten an den Pfoten mit scharfen, gelben Krallen.

Learto kam gerade noch dazu, den paralysierten Trosh nach hinten zu stoßen und den rechten Arm hochzureißen, ehe das Monster wie ein Raubtier auf ihn zu sprang und sich in seinem Arm verbiss. Dicke Fänge bohrten sich in seine Elle, und Blut troff zu Boden. Learto brüllte und ließ den Hammer fallen.

Struggel rappelte sich auf und musste mitansehen, wie Reißer Learto zu Boden zog, auf ihn eindrang, immer wieder zuschnappte, die Fänge löste, umherwirbelte und sich erneut in ihn verbiss. Leartos rechter Arm war blutüberströmt und hing schlaff herunter, doch seine Beine hatte der Schmied noch, und es gelang ihm, Reißer mit einem gezielten Tritt zwischen die Rippen nach hinten zu befördern. Das Monster jaulte kurz auf, war aber gleich wieder auf den Füßen und sprang erneut auf ihn zu. Learto nutzte den kurzen Augenblick, um mit der linken Hand seinen Hammer aufzunehmen, doch zum Zuschlagen kam er nicht mehr…

Während Struggel angestrengt nachdachte, was er tun konnte, stellte sich Reißer auf die Hinterläufe, und sein Raubtiergebiss schoss auf Leartos Gesicht zu. Dieser krümmte sich zum Schutz zusammen, doch da verbiss sich der Hund in seinen Nacken. Wieder brüllte Learto auf und warf sich nach hinten, in der Hoffnung, Reißer gegen die Wand drücken zu können. Doch das Vieh war gewieft, es ließ ab und lief um Learto herum, um ihn von vorne tot zu beißen.

Struggel konnte die Elemente manipulieren, doch wem sollte das hier und jetzt nutzen? Gedankenlos lief er nach vorne und wandte seine gesamte Kraft auf, um Reißer am Schwanz zu ziehen. Das Knurren des Hundes setzte für einen Augenblick aus, dann drehte er sich flink um und schnappte nach Struggels Hand. Seine Augen blitzten böse auf, so als wollten sie dem Trosh Gelegenheit geben, sich auf den Zeitpunkt seines Todes vorzubereiten.

Da traf Leartos Hammer mit voller Wucht die linke Flanke, und Reißer zuckte jaulend zur Seite. Der Schmied hob den Hammer erneut, doch auch wenn er mit der linken Hand stark war, geschickt war er damit nicht, und so hatte Reißer mehr als genug Zeit, ihm in den Arm zu fallen und ihn gegen die Wand zu drücken. Mit letzter Kraft hielt Leartos zerfleischte Rechte das Monster auf Abstand, doch Reißer schnappte immer wieder nach seiner Kehle, und es war nur eine Frage von Herzschlägen, bis der Kampfhund sein Ziel erreichen würde.

Da sah Struggel die Öllampe hinter Reißer. Learto hatte sie fallen lassen, als das Monster auf sie zugelaufen war. Struggel drehte sich zur Wand, kniff die Augen zusammen, sein Gesicht lief rot an, seine Schläfen pochten, im Hintergrund vermischte sich das Geräusch von Leartos Todeskampf mit blutrünstigem Knurren, und dann zerbarst die Öllampe. Tausend Scherben zischten durch den Korridor und bohrten sich in Reißers Fleisch. Gleichzeitig loderte das Feuer in einer gewaltigen Stichflamme auf, die den Hund arg versengte.

Dann war es dunkel.

Struggel öffnete die Augen wieder und sah, wie sich die üblichen Grauschattierungen seiner Dunkelsicht herausbildeten. Learto sank an der Felswand zusammen. Die Kreatur jaulte vor Schmerz und wand sich im Kreis, im verzweifelten Versuch, die Glassplitter in seinem Rücken loszuwerden. Struggel erspähte Leartos Hammer am Boden und ergriff ihn mit beiden Händen. Er rannte auf Reißer zu und schmetterte ihm den Hammer so fest er konnte auf den Schädel. Der Hund gab einen letzten, leidvollen Laut von sich und sank reglos zusammen.

Der Trosh schlug noch einmal zu, um ganz sicher zu gehen, dann wandte er sich zu Learto: „Meister Schmied, geht es Euch gut?“

Learto ächzte kraftlos. „Nein. Ich glaube, mein Arm ist kaputt, und sehen kann ich auch nichts…“

„Die Lampe ging zu Bruch, aber Ihr könnt unbesorgt sein; der schwarze Hund ist tot. Hier ist Euer Hammer. Seid Ihr in der Lage, weiterzugehen?“

Learto kämpfte sich in den Stand. Schwerfällig schleppten sie sich über Reißers Kadaver hinweg, bis sie am Ende des Tunnels Licht ausnahmen.

„Was auch immer uns dort erwartet,“ sagte Learto leise und bemühte sich um sein Gleichgewicht, „ich werde Euch keine Hilfe sein können.“

„Ohne den Hund wird uns die Harfenspielerin wohl kaum gefährlich werden“, zeigte sich Struggel zuversichtlich.

Dann erinnerte er sich, wie es zu seinem Unfall an der Felswand gekommen war.

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Goldfall – Kapitel 16: Der Tunnel

Nachdem die Öllampe entflammte, sah auch Learto, wo sie sich befanden, nämlich in einem breiten Tunnel, der geradewegs in den Fels hinein führte. Schwere Tropfen hingen an den Wänden, manche lösten sich behäbig und sammelten sich nach einem dezenten Platschen zu dünnem Rinnsal.

„Mankusgalganit“, sinnierte Struggel leise, während er die Fingerkuppen im Vorbeigehen über das Gestein gleiten ließ, „ein überaus seltenes Gestein. Es lässt sich zwar leicht behauen und trägt oftmals Goldadern in sich, aber es ist auch unberechenbar. Bei uns zu Hause haben sich die Höhlen aus Mankusgalganit binnen weniger Generationen vollkommen gewandelt. Aus Stollen wurden Schächte, aus Kavernen wurden Kammern… fast so, als würde es leben! Dieser Tunnel hier ist allerdings nicht gewachsen, sondern gegraben.“

„Aber wer würde hier einen Tunnel graben? Und zu welchem Zweck?“

Struggel hielt inne. „Das, Meister Schmied, werden wir wissen, wenn wir ihn zu Ende gegangen sind. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dies jener Ort ist, an den der Tempel hätte verlegt werden sollen.“

Learto hielt die Lampe höher und drängte sich an seinem kleinen Freund vorbei. Weiter vorne, so sah er im Lichtschein, wandelte sich der krude Tunnel zu einem aufwändig gestalteten Korridor. Boden und Wände waren glatt gehauen und mit Reliefs verziert. So weit zu sehen war, handelte es sich um kunstvolle Motive, vor allem Schwäne und tänzelnde Frauen.

Einige Schritt danach kam eine menschengroße Statue aus weißem Marmor in Sicht. Sie bildete eine wunderschöne Frau mit langem, wallenden Haar ab. Entgegen sonstigen Bildnissen der Göttin Lyreya hielt sie keine Harfe in der Hand, sondern spielte auf einer Flöte. Mit dem Rücken stand sie zur Wand, der Gang war also hier zu Ende.

Struggel fand das enttäuschend, entdeckte aber schon bald, dass die marmorne Flöte Löcher aufwies, die nicht nur angedeutet, sondern durchgehend waren. Es musste sich also um ein weiteres Rätsel handeln, das sie zu lösen hatten. Vermutlich würde die richtige Melodie, gespielt auf der marmornen Flöte des Götterbildes, eine weitere Geheimtür öffnen. Bevor sich Learto dazu äußern konnte, kletterte Struggel auf den Sockel und hing mit den Lippen am unteren Ende der Flöte. Er hielt auf Verdacht einige Löcher zu und blies aus vollen Backen. Das Geräusch, das dabei heraus kam, war nicht gerade betörend, und aus den offenen Löchern spritzte Spucke.

Learto verzog das Gesicht. „Müsst Ihr auch wirklich jede Gelegenheit nutzen, um unsere Götter lächerlich zu machen?“

Der Trosh blickte schuldbewusst und kletterte vom Sockel.

„Manchmal sind die Dinge einfacher, als man denkt“, sagte der Schmied und begann, die Statue zu drücken, zu ziehen, zu schieben, zu kippen, doch erst als er sie drehte, bewegte sich etwas. Der Sockel, auf dem sie stand, war beweglich gelagert und mit der Wand dahinter verbunden. Gemächlich drehte sich das vermeintliche Ende des Korridors in Einheit mit der Statue zur Seite und gab den weiteren Weg frei.

Dahinter waren keinerlei Reliefs und Bildnisse mehr zu sehen, es war vielmehr ein unfertiger Stollen, der von hier an weiter in das Innere des Felsens führte. Ein unterschwelliges Rauschen war zu hören, und die Luft roch noch stärker nach Feuchtigkeit.

„Ich bin gespannt, was wir hier finden werden“, sagte Struggel erwartungsvoll.

Vorsichtig setzten sie einen Fuß vor den anderen, denn der Boden war rutschig und uneben. Learto mutmaßte, dass sie etwa zwanzig Schritt tief in den Fels eingedrungen waren, doch untertags waren Entfernungen schwer abzuschätzen, und der Gang verlief auch nicht gerade. Struggel erklärte, dass das an dem Mankusgalganit lag, der an manchen Stellen so hart würde, dass man darum herum graben müsse.

Plötzlich hielt Learto Struggel an der Schulter zurück. „Habt Ihr das gehört?“

Struggel neigte den Kopf, und tatsächlich – von weiter vorne kam ein Hecheln und Knurren, das rasch lauter wurde, begleitet vom Geräusch scharfer Krallen, die über den steinernen Boden wetzten. Einen Herzschlag später erschien im Licht der Öllampe ein riesiger, dunkelfelliger Hund mit blutunterlaufenen Augen und gefletschten Zähnen.

Reißer.

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Goldfall – Kapitel 15: Nächtliches Treiben

Am nächsten Tag ging das Gerücht, dass die Priesterinnen während ihrer Meditation in eine göttliche Ekstase verfallen seien, die dazu diene, die letzten Details über den Willen der Göttin zu eruieren. Struggel konnte diese Verzögerung nur Recht sein. Er würde noch Zeit brauchen, die „dunklen Machenschaften“ der Harfenspielerin aufzudecken.

Unglücklicherweise war Kardia ein derart hoch angesehenes Mitglied der Dorfgemeinde, dass es unmöglich schien, irgend jemanden dazu zu bringen, etwas Belastendes über sie zu vermelden. Jedermann schwelgte nur von ihrer göttlichen Musik und ihren kunstvollen Instrumenten.

Allmählich wurde Struggel klar, dass es ihm vielleicht niemals gelingen würde, sie eines Verbrechens zu überführen. Ebenso allmählich wuchsen in ihm Zweifel, ob sie tatsächlich etwas mit dem gescheiterten Wunder zu tun hatte. Denn selbst wenn sie schuldig wäre: Wie sollte es ihr gelingen, eine Göttin davon abzuhalten, Gold durch einen Wasserfall zu schicken?

Es half nichts: Durch Reden und Denken kam er nicht weiter. Es war Zeit zu handeln.

„Hier, das ist die Hälfte meines Goldes“, sagte er im Schatten einer Baumgruppe und übergab einen Beutel mit Münzen.

Ikis grinste hinterhältig. „Drei Stunden nach Sonnenuntergang, wenn es drinnen dunkel ist. Geht klar.“

Bevor sie sich zum Gehen wandte, fragte sie verwundert: „Kannst du dich wirklich nicht erinnern? Wenn doch,“ sie schmunzelte bewundernd, „bist du der beste Lügner, den ich je getroffen habe!“

Struggel antwortete nicht, sondern verließ wortlos die Baumgruppe.

Drei Stunden nach Sonnenuntergang schlenderten Struggel und Learto durch das abendliche Goldfall. Der Schmied hatte den sonderbaren Weg, den sein Geld genommen hatte, bereits verdaut und Struggel seinen Fehler nachgesehen. Es war schwierig, einem Trosh für sein schlechtes Gedächtnis böse zu sein.

„Sagt an, Struggel, was soll das hier werden? Ich hoffe, wir jagen nicht irgendwelchen Tönen hinterher, denn dafür sind mir die Nächte ehrlich gesagt zu kalt…“ Learto zog den wollenen Wams enger um sich.

„Wir sind auf der Suche nach etwas Unbestimmtem, Meister Schmied, nach etwas Schlechtem. Menschlicher Makel, nannte es die Priesterin. Welche Zeit sollte besser geeignet sein, um das Schlechte als das zu enttarnen, was es ist, als die Nacht?“

Learto kratzte seine von blondem Flaum bedeckte Wange. Als sie zum Dorfplatz zurückkamen, rief er erstaunt: „Heda, was ist das?“ Die Vordertür zu Kardias Haus stand eine Spaltbreit offen.

Nirgendswo war Licht.

Struggel hüpfte vor Begeisterung. „Schnell, schnell, gehen wir rein und sehen wir nach!“

Learto zögerte und nannte ein Dutzend Gründe, warum sie das nicht tun konnten.

„Nein, nein, Meister Schmied, wir brechen nicht ein, sondern sehen nur nach dem Rechten. Nennt es Nachbarschaftshilfe!“ Mit diesen Worten zappelte er bereits vor, sah sich kurz um und verschwand im Inneren des Hauses.

„Wartet!“, rief Learto leise. „Ich komme mit. Aber nur, um auszuschließen, dass sich irgend jemand in Gefahr befindet.“

Vor allem dachte er dabei an Struggel.

Mondlicht fiel durch Kardias Fenster und tauchte das Innere ihres Hauses in bläuliches Licht.

Learto strich ehrfurchtsvoll über die Scheiben. Die größten Tempel leisteten sich Glasfenster, üblicherweise in den Farben der jeweiligen Gottheit, manche Burgen hatten ebenfalls welche in der Palas, aber noch nie hatte Learto so etwas in einem Dorf gesehen. Es fühlte sich glatt und feucht an und quietschte wie ein Frischling, wenn man darüber strich.

Die Glasfenster waren aber nicht das einzig Besondere: Die Inneneinrichtung war aus bester Erle und meisterhaft verarbeitet, mit geschnitzten Kassetten an der Decke, kunstvollen Wandtäfelungen, Intarsien im Parkett und aufwändig verzierten Kommoden. Kardias Mann musste daran viele Monde gearbeitet haben.

„Frau Kardia?“, flüsterte Learto vorsichtshalber, immer wenn er einen neuen Raum betrat. „Ist jemand hier?“

Niemand war hier. Im fahlen Licht zeichnete sich vor Learto die riesige Silhouette der goldenen Harfe ab. Weniger deutlich auszunehmen waren die zahlreichen Instrumente, die an den Wänden hingen oder in Regalen standen. Es waren Fiedeln, Schellenringe, Trommeln, verschiedene Arten von Lyren, Flöten und Glöckchen.

Auf einmal berührte etwas Leartos Bein. Er wirbelte herum, doch es war nur Struggel, der wie beiläufig erwähnte, dass er oben niemanden gefunden habe.

„Das heißt dann wohl, es ist alles in Ordnung. Gehen wir!“

„Nichts ist in Ordnung, Meister Schmied! Wo ist die Harfenspielerin denn zu solcher Stunde, hm?“

Er zappelte in die Mitte des Raumes und berührte die Harfe. Das Blattgold, mit dem sie verziert war, fühlte sich kalt an.

Learto trat derweilen unruhig auf der Stelle. Er gestikulierte mit dem Hammer, den er immer bei sich trug, in Struggels Richtung: „Was soll das jetzt wieder? Wollt Ihr uns vielleicht ein Ständchen bringen?“

Da hielt der Trosh inne und erinnerte sich, dass er in jener Nacht, in der der Winter zurück gekommen war, eine Melodie, auf Harfe gespielt, gehört hatte und kurz danach ein dumpfes Grollen.

Eilig kniete er sich auf den Boden, holte sein Büchlein hervor und blätterte bis zu seinen Aufzeichnungen, während Learto drohte, ihn alleine zu lassen, wenn er den Unfug nicht augenblicklich sein ließ und mit ihm nach draußen käme. Der Trosh schien ihn indes nicht einmal wahrzunehmen. Er begann nur leise zu summen und griff schließlich zu einer der Saiten der Harfe.

Learto machte einen Satz nach vorne, doch Struggels Finger ließ die gespannte Saite bereits los, und ein durchdringender Ton hallte durch den Raum, sogar durch das ganze Haus und, wie ihnen schien, auch über den Dorfplatz.

Learto krümmte sich und unterdrückte seinen Ungemach. „Seid Ihr von Sinnen?! In wenigen Augenblicken wird Kardia hier sein und das halbe Dorf mit ihr, und wir, Struggel, werden im Kerker landen! Das hat mir noch gefehlt! Verurteilt wie ein gewöhnlicher Dieb. Und das nur wegen Euch und Euren Wahnvorstellungen!“

„Seid endlich ruhig und helft mir gefälligst“, krächzte Struggel ungewohnt entschieden, „die Harfenspielerin hat das Haus nicht verlassen. Sie ist nicht hier und auch nicht sonstwo im Dorf. Was sagt Euch das?“

„Ihr seid völlig verrückt.“

Der Kleine richtete sich zu voller Größe auf und blickte mit klaren Augen durch das Halbdunkel. „Das Mädchen mit der spitzen Nase hat für mich einen Stein vor die Tür gelegt. Deshalb weiß ich, dass niemand dieses Haus in den letzten Stunden verließ oder betrat. Niemand ist hier, also sagt mir, Meister Schmied: Wo ist die Harfenspielerin? Wo? Und jetzt helft mir, diese unselige Melodie zu spielen. Wie Ihr wisst, sind wir Trosh nicht gerade für unsere Musikalität berühmt.“

Learto schluckte und warf einen Blick auf Struggels Aufzeichnungen. „Ich bin Schmied, kein Barde. Meinen Bruder Kolyn bräuchten wir hier. Er konnte Flöte spielen, ich aber habe immer nur auf einen kleinen Amboss geschlagen. Andererseits – so schwer kann es doch nicht sein, oder?“

Unruhig überflog er die Striche in dem kleinen Buch und klopfte mit den Fingernägeln auf die Saiten der Harfe. Struggel versuchte sich angestrengt zu erinnern. „Nein, es war höher… nein, nicht so hoch…. ja, in etwa so, vielleicht doch etwas tiefer….“

Am Ende hatte Learto die Phrase so rekonstruiert, wie Struggel sie im Gedächtnis behalten hatte. „Gut gemacht, Meister Schmied, und jetzt schlagt die Saiten ordentlich an.“

Learto wusste, die Harfe würde im ganzen Dorf zu hören sein. Aber mittlerweile vertraute er dem Trosh und befolgte seine Aufforderung: Sechs Töne hallten in perfekter Harmonie durch den Raum, versetzten die Fenster in Schwingung und echoten zwsichen den Häusern am Dorfplatz.

Während der letzte Ton noch verklang, hob ein dumpfes Grollen an, und der Boden erzitterte. Stein rieb auf Stein, und ein feuchter, klammer Geruch drang von Norden herein, wo sich die Felswand wie von Geisterhand zur Seite schob und einen Geheimgang frei gab.

Struggel schlug sich auf den Kopf. „Natürlich! Ein Geheimgang in den Felsen! Der Gedanke hätte mir früher kommen müssen!“

Learto murmelte etwas, machte ein heiliges Zeichen, dann schnappte er eine Öllampe von der Wand und folgte dem Trosh durch die Geheimtür.

Geradewegs in den Fels, an den Kardias Haus gebaut war.

Dies war eines der 20 Kapitel der Fantasy-Geschichte Goldfall, die im Rahmen dieses Blogs veröffentlicht wird. Lies morgen im nächsten Blogpost, wie die Geschichte weitergeht!

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