Die Matrix-Problematik

Mittlerweile nehme ich an, dass alle, die diesen Blog verfolgen, wissen, wie Destiny aufgebaut ist und daher auch die Attributematrix kennen, die den Kern des Charakterprofils ausmacht. Diese Matrix aus allgemeinen Aspekten (Charisma, Geschick, Stärke, Intelligenz) und speziellen Aspekten (Natur, Gesellschaft, Kampf, Magie) hat viele Vorteile, aber die Zeilen und Spalten richtig zu definieren ist eine schwierige Sache, wenn man folgendes erreichen will:

  • Jede Kombination aus Zeile und Spalte muss Sinn machen. Kombinationen wie Charisma/Computer machen keinen Sinn (es sei denn, man geht davon aus, dass Computer im Setting weit genug entwickelt sind, um beleidigt sein zu können).
  • Jede Kombination aus Zeile und Spalte muss im Spiel etwa gleich gewichtet sein. Das war z.B. (wie schon Greifenklaue in seiner ersten Analyse messerscharf erkannt hatte) in Destiny Beginner bei der Spalte Magie nicht der Fall. Dort konnte ich das allerdings dahin gehend ausgleichen, als die Große Gabe dafür umso größeren Anwendungsbereich hatte. In Destiny Space wäre es schön, wenn eine solche Korrektur von vornherein nicht notwendig wäre.
  • Hohe Schule: Die Kombinationen aus Zeile und Spalte sind so beschaffen, dass man den Anwendungsbereich ohne große Erklärung einschätzen kann. Das ist kein k.o.-Kriterium, denn wozu gibt es ein Regelwerk, aber wenn die Matrix selbstsprechend ist, wäre das schon ein großes Plus, v.a. für Einsteiger.

Für Destiny Space habe ich bereits einige Varianten durchgespielt. Mein Ausgangspunkt war die Original-Destiny-Matrix (wie oben beschrieben), aber sie funktioniert nicht, weil ihr eben andere Archetypen zu Grunde liegen. Ich habe daher den umgekehrten Weg gewählt und mir alle Archetypen zusammengeschrieben, die in einem SF-Setting potenziell vorkommen könnten (Schmuggler, Medium, Pilot, Bordtechniker, Roboter…) und versucht, diese durch Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterscheidungsmerkmalen zu gruppieren. Auf Basis dieser Gruppierung habe ich versucht, Aspekte zu finden, die genau diese Merkmale abdecken UND (was schon weitaus schwieriger war) sich in einer Matrix gegenüberstellen lassen. Vorläufiges Ergebnis:

Archaik Technik Sternenraum
Seele Charisma intuitives Artefakte-Handling Spiritualität
Geschick Athletik und Nahkampf Finesse und Fernkampf Sichtnavigation und Geschützkampf
Intellekt Kultur und Natur Computer und Maschinen Astrogation und Weltraumkunde

 

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9 Gedanken zu “Die Matrix-Problematik

  1. Sieht sehr gut aus. Mir fällt auch nach etwas Nachdenken nichts ein, was dort fehlt. Gerade die drei Gebiete Archaik, Technik und Sternenraum gefällt mir gut, weil das ziemlich gut drei Spielschwerpunkten entspricht. Archaik wird zwar ein eher seltener Schwerpunkt sein, aber er ist nicht unbalanciert, weil es einfach eine Frage desse nist, was man lieber spielt oder welchen Fokus die Kampagne hat.

  2. Was mir gerade noch eingefallen ist, was man hinzufügen könnte:
    Stärke
    Stärke-Archaik: Körperkraft – Volle Pfund auf’s Maul! 😉
    Stärke-Technik: Motorik – Manchmal muss man etwas mehr Kraft aufwenden, aber wenn es zu viel ist, geht das Gerät kaputt
    Stärke-Sternenraum: Widerstandskraft – Die einen müssen sich schon beim Start übergeben, die anderen essen ein halbes Hähnchen, während das Raumschiff wegen eines Magnetfeldes unkontrolliert durch einen Asteroidensturm geschleudert wird.

    Vorteil: Man hat die vier klassischen Attribute abgedeckt, zwei körperliche, zwei geistige
    Nachteil: Man hat eine 4×3 Matrix und verliert dadurch etwas von der Vereinfachung (statt von 16 auf 9 Werte, gehts von 16 auf 12)

    • Du hast zielsicher die große Schwachstelle der 3×3-Matrix erkannt, Christoph. Ich habe nur gewartet, ob es noch jemand anderem auffällt. Stärke wäre im bisherigen Konzept tatsächlich kaum bis nicht abbildbar. Ich brüte schon einige Zeit darüber, denn der Stärke-Archetyp im SF-Genre will mir nicht so recht einleuchten.

      • Es war auch schwer, sich die drei Punkte zu Stärke zu überlegen (ich bin wieder so vorgegangen, dass ich Stärke, Archaik, Technik und Sternenraum habe).
        Wenn ich an einen typischen SciFi-Stärke-Charakter denke, fällt mir eigentlich nur Chewie bzw. die Wookies allgemein ein. Aber Chewbacca könnte man komplett mit Geschick und Intellekt abbilden, nur statt Kultur und Natur ist er halt verdammt stark.
        Mir kam gerade der Gedanke, dass jeder der Spieler eines der archaischen Felder bei der Erschaffung seines Charakters durch Stärke ersetzen kann. Z.B. braucht man für klingonische Diplomatie eher Stärke als Charisma, oder eben Chewbacca hat statt Kultur und Natur Stärke.^^
        Oder man könnte als sozusagen als zehntes Feld, das nicht direkt zur Matrix gehört, die Stärke hinzufügen.

        • Mir gefällt, wie du denkst. So un-DESTINY-ig. So etwas kommt bei mir einfach nicht mehr durch, dazu hab‘ ich schon zu sehr den Tunnelblick. Ich halte deine Ideen in Evidenz – sehr inspirierend, danke!

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