Community, wo bist du??

Das Thema Zersplitterung ist ja schon oft diskutiert worden. Aber nicht nur die inhaltlich diversen Spiele, sondern auch die Plattformen sorgen für Zersplitterung: Da sind Foren, Blogs, mehr Blogs, noch mehr Blogs, die zunehmend umtriebige Gemeinschaft auf Google+ und und und.

Ich bin nun seit Jahren in der Community aktiv (sagen wir mal: moderat aktiv) und stelle fest, dass die Proponenten von damals mittlerweile sehr still geworden sind (oder aber sich anderswo äußern). Ich bemerke auch, dass mir sogar die Foren, die ja – im Gegensatz zu Blogs und Streams – deutlich beständigere Plattformen sind, zu „bipolar“ werden. Entweder herrscht dort gähnende Inaktivität oder aber du musst, meistens bei Reizthemen, entweder sofort schreiben oder damit rechnen, dass innerhalb weniger Stunden 163 Beiträge verfasst wurden. Wer die Zeit hat, die alle durchzulesen, um nachher noch etwas zu sagen, das nicht bereits gesagt wurde, der ist zu beneiden.

Bei den Blogs beobachte ich, dass viele neue aufgetaucht sind. Bei manchen ist ihre Ausrichtung (noch) nicht klar, manche Artikel sind mir auch ehrlich gesagt zu lang, andere wiederum sind sehr aufschlussreich und vielversprechend. Problematisch sehe ich das Kommentieren: Es passiert eigentlich viel zu wenig und wenn, dann nicht im Sinne eines Diskurses, und wenn doch, dann höchstens bilateral und selten multilateral.

Ergo komme ich zu dem Ergebnis, dass ich die Vernetzung der Community nicht optimal finde. Klar, jemand, der Unmengen von Zeit hat und Internetzugang in der Arbeit, der kann da irgendwie mithalten und mitleben, aber für viele andere ist die Vernetzung 1. zu schnell und 2. zu unübersichtlich geworden. Wobei das Paradoxon darin besteht, dass mehr Konzentration wiederum die Schnelligkeit und „Flüchtigkeit“ aufheizt und darüber hinaus die Anonymität fördert. (So gesehen fühle ich mich im Tanelorn manchmal an eine Massenuniversität erinnert).

Gibt es überhaupt eine Lösung? Ich selbst habe mir schon überlegt, diesen Blog vom Netz zu nehmen und durch ein kleines, „entschleunigtes“ Forum zu ersetzen, noch dazu, da immer wieder per e-mail Fragen zu meinen Spielen hereintrudeln, die man dann offen abwickeln könnte. Auch sind die (durchaus respektablen) Besucherzahlen meines Blogs ziemlich konstant, was auf einen gewissen Sättigungsgrad hinweist. Aber wäre ein Forum – noch ein Forum – der Weisheit letzter Schluss? Vielleicht zumindest ein Schritt in Richtung multilaterale Vernetzung?

Was sagt ihr? Was braucht die Community? Braucht sie überhaupt etwas? Gibt es überhaupt noch so etwas wie die Community? Und wo findet ihr eure Community?

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39 Gedanken zu “Community, wo bist du??

  1. Als erst jüngst hinzugestoßener Leser/Hörer kurzes Feedback: Da meine aktive Rollenspielphase seit geraumer Zeit ruht, verfolge ich auch keine entsprechenden Communities oder kenne micht besonders in „der deutschen Rollenspiel-Community“ aus.

    Bezogen auf Blogs sieht man folgenden Trend quasi überall: Kommentare und Vernetzung (Trackbacks geradezu tot) nehmen seit Jahren ab. Was natürlich schade ist, aber auch zur Frage führt: Reicht es einem, seine Gedanken öffentlich in Worte zu fassen im Bewusstseit einer vielleicht kleinen, aber konstanten Leserschaft, unabhängig von tatsächlichem Feedback? Mir reicht es, wobei es natürlich auch auf den investierten Aufwand ankommt.

    Ich persönlich wüsste bspw. auch wenig hier zu kommentieren, wenn es um konkrete Themen geht, bei denen ich länger raus bin. Das mindert aber nicht mein Lesevergnügen. Ich bin übrigens überzeugter Benutzter von RSS-Feeds, was in Foren ja wegfallen würde. Und wie du selbst schreibst: Gähnend leere Foren sind viel, viel trauriger als Blogs mit keinen Kommentaren! Ich wüsste auch nicht, inwiefern so etwas die Vernetzung fördern würde.

    • Das ist’n guter Punkt, Holmes, das mit den leeren Foren und Blogs. Danke für die Überlegung. Zu den RSS-Feeds, ja, das ist praktisch, aber sobald es ans Kommentieren geht, ist es nicht mehr ganz so praktisch. Insofern bin ich wie du jemand, der viel mehr liest als kommentiert. Nehme mich selbst ja in keiner Weise von den beobachteten Phänomenen aus.

  2. Ich bin mir recht sicher dass Du im tanelorn ein KooP-Unterforum bekommen könntest.
    DORP und Konsorten machen das auch so, und ich finde die Lösung eigentlich sehr praktikabel.

    • Es ging mir bei dem Artikel weniger um Reichweite für meine Ergüsse, sondern vielmehr um das, was ich potenziell tun kann, damit meine Präsenz im Web, die mittlerweile doch einige Jahre alt ist und etliche Spieler angezogen hat, zur Vernetzung beitragen kann. Aber weil du’s erwähnst: Mir wurde von einem eigenen Unterforum im :T: auch schon explizit abgeraten, da dort die Frequenz noch schwächer sein soll als in den ohnehin schon nicht übermäßig frequentierten „independent“-Subforen.

  3. Ich bin auch einer von denen, die kürzlich einen Blog gestartet habe.
    An den üblichen Foren stört mich genau das von Dir beschriebene Phänomen: Viel zu viel oder viel zu wenig Quantität.
    Ich liebe daher Newsseiten zu meinen Lieblingsthemen (z.B. Nandurion) und verfolge Blogs weniger als Stammleser als viel mehr via http://rsp-blogs.de, um auch hier wieder zügig meine Themen zu finden und bin dann froh, dass sich in Blogs Leute vorher Gedanken zu dem Thema gemacht haben, bevor sie etwas dazu schreiben.
    Daher brauche ich auch bei meinem Blog keine große Stammleserschaft und hoffe einfach darauf immer mal wieder für Einzelne etwas interessantes dabei zu haben.

    • Schöner Blog, den du da hast! Ich muss zugeben, der ist auch bei mir bisher durch den Aufmerksamkeits-Raster gefallen. Ich merke, dass das Lesen von Feed-Aggregatoren wie Feedly den Nachteil hat, oft nur ein paar Textschnipsel abzukriegen und den – in diesem Fall sehr positiven – Gesamteindruck des Blogs zu versäumen. Auch ein interessanter Punkt.

  4. Das rsp-blogs.de Forum (http://forum.rsp-blogs.de) ist ein Versuch, genau das von dir beschriebene Problem anzugehen. Es ist einerseits kleiner als z.B. das Tanelorn, andererseits zentraler als die zahlreichen Blogs – ich habe es in der Hoffnung gegründet, dass sich zu jedem Blogeintrag ein Kommentarthread ergibt.

    Es ist nicht so gut angekommen, wie erhofft. Es wird zwar genutzt, aber nur noch gelegentlich zur Kommentierung von Blogbeiträgen – oft sind Metathemen das, was besonders intensiv diskutiert wird, z.B. der Rollenspielkarneval.

    Eine andere – von mir abgelehnte – Lösung ist disqus. Es führt immerhin die Diskussionen in den Blogs zusammen und informiert darüber, wenn auf einen Kommentar eine Antwort folgte. Aber es läuft auf amerikanischen Servern und ist inkompatibel mit dem deutschen Datenschutzrecht: Für deutsche Blogbetreiber also nicht zu empfehlen.

    Letztlich wollen wir also unmögliches: Ein System, wo alles wichtige gesagt wird, es verständig gewürdigt wird, und der Output überschaubar ist. Das gibt es aber nicht, und kann es nicht geben. Du kannst nur in der Rollenspielnische eine Subnische gründen…

    • Die Initiative deines Forums fand ich seinerzeit sehr gut, Karsten, allerdings fühlte sich das für mich bald wie ein recht exklusiver Club an. Anyway. Wo siehst du für dich eigentlich den Main Access Point zur Community im Augenblick?

      • Das ich deine Antwort (mit der an mich gerichteten Frage) hier eher zufällig lese, ist doch sympthomatisch!

        Zurückgekehrt zur Diskussion unter diesem Beitrag bin ich eigentlich nur, weil im Forum drauf gestoßen wurde. Übrigens: Dort ist jeder willkommen. Auch solche Leute, die das mit dem besonders netten Umgang mit anderen nicht so raus haben und deshalb das Tanelorn verlassen mussten. Deshalb hört sich das Forum rauer an, als das :T: – aber es soll ja auch keine Kopie des :T: sein. Willkommen bist du jedenfalls sehr – und bekommst eine echte Vielfalt an Meinungen geboten.

        Zu deiner Frage: Das Tanelorn. Dem kann man sich eigentlich nicht verschließen. Da Aktion Abenteuer im Moment eher ruhig ist, ist das Tanelorn der Ort für alle Rollenspieldiskussionen, die nicht DSA-exklusiv sind – für letztere gibt es eigene, große Foren.

        Du hast allerdings schon geschrieben, dass dir die großen Foren zu voll sind, und in der Tat ist das :T: kaum vollständig verfolgbar. Muss man aber auch nicht, man kann sich ja auf bestimmte Themen beschränken, das Tanelorn wird ja von den Moderatoren gründlich sortiert. Und echte, kontroverse Diskussion findet sich eigentlich nur dort – alle anderen Orte sind eingeschworende Gruppen, in denen vorgefasste Meinungen dominieren.

        Für den Wenigleser ist dann aber selbst rsp-blogs.de schon zu viel des Guten, fürchte ich. Denen könnte man dann nur noch eine Art „Best-of-Blogs“ anbieten…

  5. Das Problem sehe ich auch, versuche auch immer wieder, auf andere Blogs mit Themenbezug zu verlinken.
    Ich bin froh um RSPBlogs, das sammelt doch komfortabel einiges – wenn ich auch immer wieder auf Blogs stoße, die dort nicht gelistet sind, was mich verwundet.
    Die größte „Gefahr“ sehe ich tatsächlich in G+ und Konsorten… Zornhau nehme ich da mal als Beispiel, auf seinem Blog geht leider gar nicht mehr viel, weil sich seine Themen anscheinend in G+ verlagern. Hab ich als Nichtbenutzer dann halt nichts mehr davon. Schade.

    • RSP-Blogs ist ein Segen, keine Frage.
      Was G+ betrifft orte ich allerdings wesentlich mehr Interaktivität als mir bisher in den Blogs begegnet ist. Sind zwar oft nur kleine Schnipsel, aber dadurch, dass man die Leute auch persönlich zu seinen Kreisen hinzufügt, kriegt man mehr über sie mit, auch abseits des Rollenspiels. Das finde ich an sich gut, und die Community auf G+ ist recht aktiv und wirkt sehr lebendig auf mich.
      Da sehe ich dein Argument zwar, aber es schlagen, wie man so schön sagt, zwei Herzen in meiner Brust.

    • Das mit der Verlagerung vieler Themen – auch in längeren Beiträgen – nach Google+ stimmt schon.

      Ich sehe dort den Vorteil, daß ich einerseits längere Texte direkt in den Stream schreiben kann, aber auch auf „Wiederverwendung“ ausgerichtete Texte als Googe-Doc ablegen und zur Diskussion und zur Kommentierung, ja sogar direkt zur Bearbeitung freigeben kann. Hinzu kommt die Möglichkeit per Text-Chat sofort private Gespräche über die Themen führen zu können, Themen unkompliziert mit eigenen Kreisen und quer über Communities teilen zu können, sowie – bei Bedarf auch SEHR spontan – einen Hangout mit Video-Diskussion für Interessierte zu starten.

      Da geht bei manchen Themen so viel mehr und alles so viel schneller und „bedienungsfreundlicher“ als bei den doch sehr unterschiedliche Anmeldungen und ärgerliche Technikhürden zu überwinden fordernden disparaten Medien wie unterschiedlichsten Blog-Plattformen, Diskussions-Foren, Chat-Räumen, Youtube-Channels, usw.

      Durch die leichte Integration unterschiedlichster Medien für unterschiedlichste Bedürfnisse und den ENORM GERINGEN Spam-Anteil bei Google+ hat sich, eher unbewußt und graduell, mein „Wirkungskreis“ weg von den einschlägigen Foren und den praktisch nirgendwo mehr auffindbaren Blog-Kommentar-Anhängen hin zu G+ verlagert.

      Auch diesen Kommentar-Anhang zum Blog-Artikel habe ich nur aufgrund der Erwähnung im RSP-Blogs-Forum angeschaut und war erstaunt, wie lang er zwischenzeitlich geworden ist.

      Blog-Kommentare sind für mich allein aufgrund ihrer „Verstecktheit“ und damit der „Reichweite Null“ sehr unattraktiv zum Führen von Diskussionen und zum Fördern eines Diskurses.

      • Die glühende Werbung für G+ hätte von mir sein können. :) Im Ernst: Der große Nachteil von G+ ist, dass Leute „von außen“ nicht rankommen, auch das Handling von Kommentaren ist auf gewisse Dinge nicht ausgerichtet. Ich kann nicht (oder zumindest weiß es nicht) von einem Kommentar zum anderen verlinken und schon gar nicht von außen hinein. Das macht es sehr flüchtig und inzestuös. Wenn man Teil davon ist, ist es nur noch flüchtig.

  6. Ich finde g+ und RSP-blogs super. Ich finde auch Blogs super, aber die muss man als Schreiber erst mal unter die Leute bringen, am einfachsten über RSP-blogs, aber eben auch über andere Communitys. Man muss sie als Leser auch erst mal finden, daher sollte der Schreiber sie über RSP-blogs oder anderen Communitys verbreiten. Achja, gibt mittlerweile auch paar Youtuber mit RPG-Themen.

  7. Die Phänomene, die du beobachtest sind … mittlerweile gar nicht mehr so neu.
    Würde ich jetzt auf 3-4 Jahre schätzen. Die Umwälzungen in der Blogosphäre, das Ende von Alveran, das Ende von Fundus Ludi, die „Quasi-Implosion“ Blutschwerter! – now known as Aktion Abenteuer … und mit Facebook und G+ haben sich neuere Kanäle etabliert. Dass das nicht spurlos an den Nutzern vorbeigeht, verwundert mich jetzt nicht. Das Karussell dreht sich weiter. Hat auch mit den Spielen selbst zu tun.
    Ich selbst bin z.B. kaum mehr im WFRP/40K-Forum „die Alte Welt“ unterwegs. WFRP 3 packt mich einfach nicht … und außer Dark Heresy/Schattenjäger und vielleicht noch Freihändler interessieren mich die 40K-Spiele eher weniger. Das Forum hat sich verändert. Alte WFRP2-Mitstreiter tummeln sich woanders oder sind abgetaucht. Insgesamt hat die Forenaktivität dort abgenommen. Für mich heißt das: Es gibt einerseits weniger Leute, mit denen ich da was Interessantes auf die Beine stellen kann und andererseits, dass weniger spannende Themen generiert werden.
    Dem D&D-Gate merkt man auch an, dass es seine Hochzeiten zu 3.X-Zeiten hatte.
    Naja, so haben all diese Portale eben, wie Gruppen im Allgemeinen auch, ihre Lebensphasen.
    Und das rsp-blogs-Forum: Ich mags. Jedoch hat es nur noch die letzte Phase der „profilierten“ Blogger (Georgios, JörgD., Zornhau, …) mitbekommen und die sind mittlerweile auch ein wenig untergetaucht. 2006/7 gab’s da noch mehr Streit und Diskussionskultur (Lord Verminaard, Skyrock, Settembrini, …). Vielleicht sähe das Forum heute anders aus, hätte es rsp-blogs damals schon gegeben. K.A.

    Mein Hauptort für RSP ist schließlich das Tanelorn geworden.
    G+ verweigere ich mich. Wer weiß, wie lange noch.

      • Wenn ich so frei sein darf:

        Mir persönlich gibt „die Community“ einfach nicht (mehr) so viel.

        Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass das, was mir besonders gefällt, eigentlich die Entwicklung von Material/Ideen ist – der kreative Prozess und sein Produkt, und nicht so sehr der Austausch über Existierendes oder auch die Kritik oder Analyse des neu Geschaffenen.
        Die Stärke „der Community“ liegt – neben dem rein sozialen Miteinander natürlich – aber eher in diesen letzteren Punkten.

        Kurz: Mein Vergnügen ziehe ich hier aus dem Schreiben. Das kann ich aber sowohl mit als auch ohne „Community“ ungefähr gleich gut.

        Trotzdem ist das Thema für mich nicht völlig abgehakt. Ich habe für mich bloß gemerkt, dass es schlicht von deutlich nachgeordneter Bedeutung ist.

        • Community bedeutet für mich gerade ganz persönlich, in eine neue Stadt zu ziehen und dank Tanelorn dort schon Rollenspieler zu kennen und mitspielen zu können – als ob es alte Freunde wären, die man gerade erst so richtig kennenlernt.

          Das ist toll!

          • Das ist toll, allerdings muss man sagen, es geschieht nicht so oft (und gilt – vermute ich mal – eher nur für Deutschland).

  8. Hey Ace!

    Ich würde mir persönlich wirklich eine objektive und neutrale Plattform (gerne auch ein Forum) wünschen in diesem sachlich und höflich miteinander umgegangen wird ohne gleich zwangsläufig dem berühmten „harten Kern“ anzugehören. Da meiner Meinung nach der Wille – sich über dieses Hobby auszutauschen und mitzuteilen ja da ist (siehe beispielsweise die vielen Blogs die in den letzten Jahren hierzu entstanden sind).
    Von den „großen“ deutschsprachigen RPG Foren ist das eine fast tot, dass andere mir persönlich zu „festgefahren“ und zu „elitär“.
    Auch ich hatte daher anfangs große Hoffnungen in das Forum von rsp-blogs gesetzt, mußte aber ebenfalls die selbe Erfahrung hinsichtlich der Exklusivität machen wie du.

    Ergo: Ja, es besteht großes Interesse zum Austausch – doch irgendwie gibt es anscheinend hierfür keine entsprechende (neutrale) Plattform. Vielleicht ist ein Forum nicht die schlechteste Idee sondern sogar die beste Lösung.

    • Wäre es da dann aber nicht einfacher sich einer exisitierenden Plattform zu bedienen und diese zu „kapern“ beziehungsweise ihr „neues Leben einzuhauchen“?

      Besonders anbieten würde sich da in meinen Augen das Forum von rsp-blogs, dessen „Exklusivität“ sich ja aus meiner Beobachtung heraus hauptsächlich in der sehr reduzierten Nutzung äußert.
      Eigentlich ideal, um mit einer organisierten Offensive gegenzusteuern und (wieder) etwas aufzubauen.

  9. Ich kann mich meinen Vorrednern ist fast allen Punkten anschließen. Daher meide ich Foren generell. Die haben übrigens meistens auch Feeds, aber die sind nicht immer einfach zu finden. Ich habe mich auch immer bemüht viele Blogartikel zu kommentieren und hab mir die dann per Sternchen/Save for later markiert und die Diskussion weiter verfolgt. Aber seit an meinem aktuellen Arbeitsort eine aggressive Firewall den Zugriff auf die meisten Blogs verhindert, hat das deutlich gelitten.

    Ich denke, eine Diskussion innerhalb der Kommentatoren kann man vielleicht fördern, wenn man keine geschachtelten Kommentare nutzt, das zerstückelt die Diskussion und dann mehrfach zu posten ist umständlich. Vielleicht kann man eher auf Forenfunktionen setzen, wie zitieren etc. Aber da viele Blogleser nach “fire & forget“ kommentieren, wird das so oder so wohl schwer.

    Ich finde auch (sehr subjektiv), dass die meisten Blogartikel derzeit entweder nicht diskutierbar oder so gut durchdacht sind (Hallo “Gnosis-Andreas“ 😉 ), dass man nicht viel zur Diskussion beitragen kann. Ich persönlich wünsche mir ja reges rebloggen quer über alles hinweg, aber dazu wird es wohl nie kommen. Die sozialen Netze haben da sicher auch ihren Anteil, aber da sehe ich keine tiefergehenden Diskussionen, weil Artikel zu schnell verschwunden und die Rauschquote teilweise ähnlich hoch wie in Foren ist.

    Ich fürchte, dass ich wohl als Leser hier ausfallen würde, sollte es ein Forum werden, trotz der guten Inhalte. Foren kosten einfach zu viel Zeit.

    • Interessant, dass du das so formulierst. Ich hätte vermutet, es ist ein Abnützungsphänomen bei mir, dass ich zu vielen Themen nichts beizutragen habe, aber ich beobachte auch oft, dass die Themen so gründlich und vielseitig beleuchtet werden, dass mir oft gar nichts mehr dazu einfällt. Spricht ja durchaus für die Qualität der Artikel. Hoffentlich ist die Community nicht schon zu g’scheit geworden und braucht uns alte Säcke nicht mehr!! 😉

      • Es geht im Endeffekt darum, was man möchte – ansonsten gäbe es ja nicht die ganzen Möglichkeiten/Angebote, seine Gedanken in die weiten des Internets zu verbreiten.
        Ich denke, für dich ist ein Blog das beste Format, denn
        – Foren sind auf Diskussion fokussiert, du möchtest aber den Leuten Dinge erzählen und bittest sie um evtl. Rückmeldung
        – g+, facebook und Konsorten sind ein Mittelding zwischen Blog und Forum, jedoch mit einer größeren Tendenz Richtung Forum/Diskussion. Außerdem sind sie meiner Meinung nach eher konsum- bzw. momentorientiert, sie wirken schnelllebiger als Blogs und Foren. Auf mich wirkt das immer so „ich bin da und in 30 Minuten wieder weg, weil was neues gekommen ist“, was dazu führt, dass die besprochenen Themen schneller als irrelevant abgestempelt oder gar nicht erst wahrgenommen werden.
        Hinzu kommt die Hürde des Anmeldens – man muss dich erst einmal finden, sich dann dort registrieren (OK, facebook hat inzwischen fast jeder) und jedes mal anmelden. Es ist nicht viel, aber es ist immer dieser gewisse Aufwand, bei dem man sich noch einmal überlegt, ob man sich das wirklich „antun“ möchte.
        Und es herrscht auf Blogs dann doch eine andere Kultur vor, die Leute denken mehr darüber nach, was sie schreiben, wie sie kommentieren und nicht nur des Kommentares willen.

        Und wie Jan gesagt hat, es wird nicht nicht kommentiert, weil die Leute es nicht lesen, sondern „because of reasons“. 😉

  10. Gute Gedanken hier soweit. Ich bemerke gerade, dass meine Erwartungen an „Community“ höchst unterschiedlich sind, je nachdem, ob ich Alexander, der Rollenspieler, bin, der einfach gerne Anschluss zu anderen findet, oder AceOfDice, der seinen Content an die Leute bringen will. Das kommt nochmal erschwerend hinzu.

  11. Da mein erster Kommentar wohl vom Spam gefressen wurde….

    Ich denke, dass es heute keinen Weg mehr vorbei an den Social Media Plattformen gibt, wenn man informiert bleiben will. Google+ stellt da leider, auch wenn ich die Community da sehr mag und gern lese, eher einen sehr untergeordneten Fall dar.

    Nur so als Beispiel, wie wenig G+ wirkt auf unseren Traffic. Wir haben ~ 30.000 Page Impressions im Monat. Davon um die 1,4 Prozent von G+, um die 2 Prozent von rsp-blogs.de, aber satte 33 Prozent von Facebook. Man kann sagen, was man will, aber an FB geht nichts mehr vorbei, wenn man Leser erreichen will. So „schade“ man das bezeichnen kann.

    • Will man nur „Leser“ haben, die einen „liken“, oder will man wirklich INTERESSIERTE Leute aus dem Hobby haben, die in die Diskussion mit einsteigen?

      Die „Ergiebigkeit“ von Facebook ist bei Katzenbildern und dergleichen ziemlich erschöpft.

      Google+ ist das schon ein deutlich anderes Kaliber.

      Aber auf RSP-Blogs, so unbekannt und mit „geringer Reichweite ausgestattet“ es sein mag, kommen immer noch anteilig weitaus interessantere, gehaltvollere Diskussionsbeiträge zustande.

      Die Frage ist doch, ob einem wirklich nur die passive MASSE und deren „likes“ reichen?

      Mir nicht.

      • Guter Punkt, Zornhau. Ich muss allerdings sagen, dass es für mich sowohl als Privatmensch manchmal traurig ist zu sehen, dass alle physischen Freunde nur auf FB und nicht auf G+ vertreten sind, wie auch für mich als Vermarkter meiner Spiele, wo es natürlich um Reichweite geht. Deshalb poste ich auf FB weiterhin Meilensteine und große Veröffentlichungen, „lebe“ aber auf G+, quasi um meinen Beitrag zu dieser Plattform, die ich ebenfalls für qualitativ überlegen halte, zu leisten.

        • Ich verweigere mich sowohl G+ wie FB, genauso wie ich seit Jahr und Tag sehr gut ohne Handy oder gar Smartphone auskomme.
          Meinen Blog sehe ich auch als einen Beitrag zum Versuch, die Szene etwas zu „entschleunigen“ – darum auch die oft recht langen Beiträge. Was natürlich auch dazu führt, dass sich zu mir wohl relativ wenig „Spontangäste“ verirren oder die langen Ausführungen gar noch kommentieren. Von 30k Zugriffen bin ich himmelweit entfernt, brauche ich aber auch gar nicht – ich habe lieber weniger Zugriffe eines wirklich interessierten Publikums, und da wurde ich tatsächlich sehr positiv überrascht. Sowohl, was die reine Zahl an Kommentaren angeht, wie auch, dass viele meiner Artikel, die ich im Voraus als „nicht mehrheitsfähig“ und „wird vermutlich zerrissen, ist mir aber wurscht“ eingeschätzt hätte, doch sehr positiv aufgenommen wurden.
          Kurz und knapp bin ich aber auch der Ansicht, dass sich ruhig mehr Leute im RSP-Blogs-Forum betätigen sollten. Ich bin damals auch einfach mit meinem Sphärengeflüster-Account reingestolpert und hab mich in Diskussionen eingemischt und hatte tatsächlich nie das Gefühl, dass dort ein „Elitebewusstsein“ herrscht – im Gegensatz zum Tanelorn. Dass ich derzeit im Forum nicht aktiv bin, hat in erster Linie Zeitgründe – wenn ich grad mal ausnahmsweise viel Zeit für RP-Ergüsse habe, dann mache ich erstmal in meinem Blog weiter… vielleicht aber auch deswegen, weil im Forum auch insgesamt nicht so viel los ist abseits von Karnevalsdiskussionen.
          Ich fände es jedenfalls schön, wenn das RSP-Blogs-Forum eine größere Reichweite und Aktivität bekäme.

  12. Tja, Zeit für Selbstreflektion. Als ich vor einen Jahr mit meinem Blog begann, hatte ich durchaus Ambitionen, den zu pflegen und für Inhalte zu sorgen. Durch mein breit gefächertes Interessengebiet, etwa neben Rollenspiel noch Video Games, glaubte ich, immer genügend Munition vorrätig zu haben. Doch das hat sich nach und nach gelegt. Zuerst glaubte ich mich noch unter Zugzwang, als mir immer weniger einfiel, und Unzufriedenheit machte sich breit – ich „mußte“ schließlich liefern! Aber im Grunde ist es mir immer weniger wichtig geworden, gehört bzw. gelesen zu werden. In meinem Heimatforum habe ich nach vielen Jahren wohl schon jede Debatte geschlagen und jedes Thema 2x diskutiert. Die „Fronten“ sind klar, es bewegt sich nur noch wenig, meine Diskussionspartner kennen mittlerweile meine Einstellung und meine Vorlieben bzw. Abneigungen. Ich wurde müde, immer wieder dasselbe zu schreiben. Und über die Grenzen der heimatlichen Forengefilde hinaus ermüdete mich schließlich weitestgehend Stil und Inhalt der Absätze, die der größte Teil des Forenvolks unter die Leute brachte. Das ist sicher arrogant, aber es ist auch die Wahrheit.
    Was ich jetzt noch zu virtuellem Papier bringe, tue ich im Grunde für mich selbst – ein wenig Lust am eigenen Schreiben und eine Prise Egozentrik, denke ich. Wenn es jemand anderen interessiert, freut mich das natürlich aufrichtig – aber es ist mir nicht mehr wichtig.
    So wie mir auch die „Community“ irgendwie nicht wichtig ist. Ich will nicht mehr missionieren, bekehren oder auf Kreuzzug ziehen für irgendein System oder irgendeine Welt. Daher habe zwar auch ich die Zerfaserung bemerkt. von der Du schreibst, aber ich bin selbst Teil dieser Zerfaserung und es ist gut so. Was die Masse macht, ist mir wurscht. Was „in“ ist, ist mir wurscht. Ich spüre tiefe Verbundenheit, ja vielleicht sogar Liebe, zu einigen Rollenspielen oder Konzepten, aber ich muß nicht mehr an der Spitze eines Fackelmobs voraus rennen, um das „Licht“ zu verbreiten und allen zu erzählen, wie toll dieses oder jenes ist.
    Ich spiele und leite nur noch für mich und die Spieler, die den Weg in meine Runden finden. Und nur in diesem Kreis ist etwas für mich von Belang.

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