DD#46 Maß nehmen

Heute nur ein kleines Update mit einer weiteren Facette meines Workflows:

Jetzt, wo ich die Szenarien auf ca. 40% ihrer ursprünglichen Größe eingedampft habe, kann ich mich vorsichtig ans Layouten machen, denn ich muss wissen, wie viel Platz mir für die Mini-Karten bleibt, die ich den Szenarien beifügen möchte. Dafür gibt’s glücklicherweise ein praktisches Lineal-Werkzeug.

Die Maße notiere ich mir auf den Millimeter genau, und sobald ich dazu komme, fertige ich Skizzen im Maßstab 1:1 an, die dann den finalen Karten als Vorlage dienen. Das hat sich bei Flucht von Valmorca bewährt und wird hier wieder so sein.

Klar wäre es toll, wenn es diese Constraints nicht gäbe und ich frei entscheiden könnte, wie lang die Texte und wie groß die Karten sein sollen. Ich habe mir aber selbst auferlegt, die Szenarien auf 2 Seiten unterzubringen (bei den meisten schaff’ ich das auch), damit der Spielleiter, wenn sich’s vermeiden lässt, nicht blättern muss. Kleinigkeiten, die mir zwar Arbeit machen, aber dem Leser zugute kommen. Hoffentlich. :)

DD#39 Die Cover-Frage

Das Cover von Destiny Dungeon wird das Aushängeschild. Es ist die wichtigste Illustration von allen. Es muss professionell und farblich ansprechend sein und das Thema des Spiels einfangen. Bisher habe ich es erfolgreich vermieden, mir Gedanken darüber zu machen, nun aber sind alle Innen-Illus fertig, und nur noch das Cover ist übrig.

Im Bewusstsein, dass das Cover von Destiny Beginner extrem gut angekommen ist (während jenes von Flucht von Valmorca nicht annähernd so viel positives Feedback generiert hat), neige ich dazu, Destiny Dungeon stilistisch an Destiny Beginner anzulehnen und John’s Freiraum höher zu gewichten als eine thematisch-inhaltliche Bindung. Ich muss dazu sagen, dass das Cover von Destiny Beginner ohne Vorgaben erstellt wurde; ich habe damals nur das Thema Fantasy vorgegeben, beim Rest hatte John absolute Handlungsfreiheit. Das war gewissermaßen ein Gegenreflex auf das Cover von Valmorca, bei dem ich sehr konkrete Vorstellungen hatte und mir am Ende eingestehen musste, dass John sie nicht realisieren konnte. Vielleicht weil ich sie nicht transportieren konnte, vielleicht, weil er sie handwerklich nicht hinbrachte. Was auch immer die Ursache, John läuft verlässlich nur dann zur Höchstform auf, wenn er bei seinen Leisten bleibt, daher zögere ich ein wenig damit, allzu raffinierte oder spezielle Motive zu ersinnen oder vielleicht auch noch besondere Perspektiven vorzugeben.

Die Idee eines Wimmelbilds, wie es auf den ersten DSA-Büchern zu finden war, habe ich auch schon verworfen, denn die Elemente sind nur bei genauem Hinsehen erkennbar, und das fördert nicht unbedingt den Verkauf. Für Araclia, das ich Ende dieses Jahres veröffentlichen werde, habe ich seinerzeit ein solches Bild in Auftrag gegeben, aber ob es das Richtige für Destiny Dungeon wäre, wage ich zu bezweifeln. Es suggeriert ein sehr differenziertes Gefüge, was im Falle von Araclia sowohl auf die Welt als auch auf die Regeln bezogen stimmt, bei Destiny Dungeon aber geht es mehr um Einfachheit, und daher sollte auch das Cover eher einfach sein.

Ich zögere auch damit, das 322. Cover zu beauftragen, in dem sich eine archetypische Party Rücken an Rücken gegen eine Horde Goblins oder Skelette wehrt. Ich glaube, das ist schon ausgelutscht. Aber es hilft natürlich nicht weiter zu wissen, was man nicht will…

Letztlich hatte ich die Idee, analog zu Destiny Beginner, wieder einen Character im Close-up auf das Cover zu stellen, diesmal nicht mit einem Schwert, sondern mit etwas anderem, einer gleißenden Kugel oder einer Axt, jedenfalls erneut etwas Reflektierendes, in dem sich wiederum Gegner spiegeln können. Dieses Spiel mit der Reflexion könnte ein verbindendes Element zwischen allen Destiny-Publikationen werden. Die Frage ist nur: Was für ein Character ist so attraktiv und interessant zugleich, dass er zum Kauf von Destiny Dungeon anregt? Getreu dem Motto “sex sells” würde ich ja wieder zu einer hübschen Frau tendieren, aber das spiegelt so gar nicht das Thema des Produkts wider. Bei Destiny Beginner ging es um die eher kreativ zu nutzende Große Gabe und um soziales Rollenspiel in Lys Marrah, beides wenn man so will weibliche Aspekte, aber Destiny Dungeon wartet mit harten Fakten, klaren Regeln, schwierigen Szenarien auf – das ist eher auf der “männlichen” Seite des Spektrums.

Hm, jetzt bin ich nur wenig klüger als 500 Wörter zuvor. Falls ihr eine gute Idee habt, wie das Cover von Destiny Dungeon aussehen könnte – ich bin sehr offen für eure Vorschläge!

DD#30 Neue Illus

Ich weile zwar in Urlaub, aber dank der Möglichkeit, terminisert zu publizieren, verkürze ich euch, liebe Leser, die Wartezeit bis zum nächsten Artikel mit einem kurzen Update in Sachen Illustrationen.

Da mir immer wieder kritische Stimmen zu John’s Werken zu Ohren kommen, möchte ich kurz dazu Stellung nehmen und die anspruchsvollen Menschen da draußen darüber aufklären, dass Illustrationen wirklich, wirklich teuer sind (siehe meinen Artikel Kleine Kostenrechnung) und trotzdem am Ende eine Geschmacksfrage bleiben. Natürlich würde ich liebend gerne Ugurcan oder John Talbot oder Larry Elmore für meine Spiele verpflichten, aber ich fürchte, da käme ein einziges Bildchen so teuer wie alle 18 Illustrationen von John. Abgesehen davon haben die erlauchten Herren nicht einmal auf meine e-mails geantwortet. Wir werden uns damit wohl noch weiter mit John’s Werken bescheiden müssen (ich für meinen Teil mag sie durchaus gerne), bis sich jemand findet, der zu denselben Bedingungen höhere Qualität liefert.

Davon abgesehen: Wir Rollenspieler würden doch ein Spiel nicht nach der Qualität seiner Illustrationen beurteilen, oder würden wir das? ;)