Folge 46: Die Top 3 nervigsten Spielleitertypen

Ihr habt sie gefordert, hier ist sie nun: Die Rache der beleidigten Spieler an den Spielleitern, bzw. unsere Folge zu den nervigsten Spielleitertypen. Wie immer: Nehmt sie zum Anlass, mitzudiskutieren und, vor allem, den nicht nervigen Spielleitern eures Vertrauens eine kleine Anerkennung zu geben.

Polyeder Podcast Folge 45: Die Top 3 nervigsten Spielleitertypen (Downloadlink, 32:59 min)

7 Gedanken zu “Folge 46: Die Top 3 nervigsten Spielleitertypen

  1. Ein Thema bei dem ich mich vor allem selber an der Nase nehme und über meine eigenen Schwächen beim Leiten nachdenke. Von den genannten Typen hänge ich am ehesten noch dem Papa Schlumpf nach, da bei mir der glückliche Ausgang doch eher die Regel ist. Selbst bei Paranoia habe ich es noch nicht geschafft einen Charakter endgültig zu exekutieren (von der Elimination des Klon-Templates einmal abgesehen). Auch das Problem mit der Tagesverfassung kenne ich zu gut – an manchen Tagen fällt es leicht zu improvisieren die Umgebung im Detail zu beschreiben und relativ wenige Fragen dabei offen zu lassen und die NSCs mit Leben zu füllen und an anderen schaffe ich es nicht, mich in irgendetwas richtig hinein zu versetzen (sehe ich auch ein wenig als den Fluch des Freitag Abends – nach einer Arbeitswoche geht es meistens schwieriger).

    Einen Typus des Spielleiters den ich selbst nicht mag wären jene, die Aktionen nicht zulassen, wenn sie durch die Regeln nicht richtig abgedeckt werden können – es ähnelt im Prinzip dem Railroader der sagt, dass gewisse Dinge nicht möglich sind aber eben stark abhängig von den Regeln (solche Spielleiter habe ich allerdings häufig sehr sattelfest, was die Mechaniken des geleiteten Systems anbelangt, erlebt).

    Soviel zu meine Gedanken zur erneut gewohnt gut gelungenen Episode eures Podcasts.

    Grüße,
    Erkandor

  2. Hallo,

    vielen Dank für Eure Rückmeldung zu meiner mail und natürlich für einen weiteren feinen Podcast.
    Da Ihr ja wiederholt protestiert, wegen meiner Vermutung, dass Österreicher das schönere Deutsch sprechen:
    Gestern hatte ich plötzlich eine Erinnerung aus Kindertagen: Schwarz-Weiß-Filme mit Hans Moser waren vermutlich mein erster Kontakt zu Österreich. Zugegeben, ich hatte oft Schwierigkeiten ihn zu verstehen – besonders wenn er aufgeregt war. Und er war sehr oft aufgeregt!

    So werde ich wohl oder übel meine Hypothese abändern müssen: IHR sprecht das schönere Deutsch ;-)) (auch wenn Markus “gelernter Wiener” ursprünglich aus der Schweiz stammt. Meine Frau hörte kurz in den Podcast und meinte “doch der ist Österreicher, kein Schweizer, das höre ich doch” – gelernt ist halt gelernt!). Aber tatsächlich sprecht ihr für meine Ohren wesentlich klarer, wohltuend langsamer und melodiöser, als ich es von meinen Mitmenschen gewohnt bin. Ein Ohrenschmauß mit Niveau!

    Ein weiterer anstrengender Spielleitertyp ist wohl der “Tabellenwühlende Würfler”, d. h. es gibt wiederholt lange Pausen, da dieser in verschiedenen Tabellen nachschlagen und diverse Effekte auswürfeln möchte (hängt wohl auch vom System ab). Danach fällt es oft schwer, wieder ins Geschehen einzutauchen.

    Ich freu mich schon auf Euren nächsten Podcast!

    Liebe Grüße!

    Frank

    • Tja, ich passe mich halt an. Nach drei Tagen in Essen hatte ich schon Ansätze zum Ruhrpottdeutsch.

      Das ewige Nachschlagen ist teils dem System, teils der Unsicherheit des Spielleiters geschuldet. Da muss jede Spielerunde wissen, wie viel davon sie duldet. Mir persönlich ist es lieber, man schreitet zügig voran, selbst wenn dabei die eine oder andere Regel falsch ausgelegt wird.

  3. Okay, Österreicher sprechen vielleicht das schönste Deutsch, dafür sprechen wir Berliner das Lustigste ;-)

    Aber zum Thema:

    Sehr schöne Diskussion und eine treffende interessante Klassifizierung. Spielleiten ist in meinen Augen eine Gratwanderung zwischen Extremen, die eigentlich nicht vereinbar sind. Ich darf die Spieler nicht frustrieren UND muss sie herausfordern, ich muss ihnen eine konsistente Welt liefern UND gleichzeitig spontan auch vom Plan abweichen können und ich muss regeltreu leiten UND bereit sein, flexibel auf Neues zu reagieren.

    Ein Abgleiten in jegliches Extrem läuft in der Praxis für meistens darauf hinaus, dass der Spielspaß auf der Strecke bleibt.

    Das macht den Job ja so schwierig. Allerdings ist das auch das Alleinstellungsmerkmal des Tischrollenspiels: Ich habe es halt eben nicht mit einem Computer zu tun, der die Spielwelt, NSC und den Stufenanstieg verwaltet, sondern mit einem Menschen, der auch auf die menschlichen Bedürfnisse der Spieler eingehen kann.

    Deswegen verweigere ich mich ja auch dieser Railroading vs. Sandboxing-Diskussion, wenn es darum geht zu entscheiden, welcher der beiden Spielstile der bessere ist. Rollenspiele sind nichts für Dogmatiker. Manche Spieler brauchen ein bisschen mehr Führung, andere weniger. Ich muss als guter SL individuell entscheiden können, was die Gruppe gerade braucht und was ich lieber lassen sollte.

    Als Spielleiter muss ich im Prinzip ein guter Menschenkenner sein, der möglichst genau weiß, wer da vor ihm sitzt, um den Bedürfnissen der Spieler gerecht werden zu können. Im Idealfall muss der Spielleiter seine Spieler sogar besser kennen, als sie sich selbst, denn natürlich gehört es zum Spielspaß dazu, dass man seine Spieler stets ein kleines bisschen überfordert, um sie herauszufordern.

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