DD#10 Elfen á la Sumpf

Ob ich für Gnome und Orks einen Platz in Istarea finden möchte, ist noch immer ein offener Punkt; aber wenn, dann sicherlich nicht als Spieler-Rasse. Feststeht, dass man zwischen Elfen und Zwergen und einer Handvoll Völkern wird wählen können. Heute möchte ich mal einen Zwischenstand zu den Elfen ziehen.

Äußeres. Das Erscheinungsbild eines Elfen erinnert an den Nimbus der Vollkommenheit, der diesem Volk einst anhaftete. Immer noch sind es die hohen Wangenknochen, die ihren Gesichtern Würde verleihen, und immer noch unterscheiden sie die exotisch gefärbten Augen und spitz zulaufenden Ohren von den Menschen. Doch ist ihre Haut mittlerweile fleckig von den Kräutern, die ihnen als Ersatz für das Limis dienen, und ihre animalische Körperspannung zeugt eher vom Leben in der Wildnis als von den Früchten ihrer einstigen Zivilisation.
Geschichte. Die Geschichte der Elfen geht weiter zurück als Menschengedenken, und auch Elfen erinnern sich nur bis zum Goldenen Zeitalter, in dem Limis buchstäblich aus der Erde quoll und die elfische Kultur zu ihrem Zenit führte. Später brauchten die Elfen die Zwerge, um das Limis zu fördern, und eines Tages verrieten diese sie, indem sie Haguls Horn bliesen und die Horden nach Istarea brachten. Die Horden kamen von überall und vernichteten in wenigen Monden, was die Elfen über Jahrhunderte hinweg aufgebaut hatten.
Lebensweise. Heute leben die Elfen zurückgezogen in den Sümpfen und Mooren, deren Dämpfe zumindest Spuren von Limis enthalten. Sie kultivieren dort ihr magisches Erbe und kehren zu manch archaischer Tradition zurück. Nur in kleiner Zahl suchen sie die Nähe der Menschen, handeln mit ihnen oder stellen sich als Ortskundige zur Verfügung. Viel öfter geschieht es, dass sie ihrer magischen Künste wegen aufgesucht werden. Tatsächlich haben die Elfenmagier auch den größten Einfluss innerhalb eines Stammes. Sie sind Heiler, Priester, Seher und Ratgeber mit weit größerer Macht als der Erendayn (“Verdienteste/r”), auch wenn dessen Wort als Gesetz gilt.
Charakter. Elfen wertschätzen ihr (langes) Leben in einem für Menschen nicht nachvollziehbaren Ausmaß und sind nach deren Maßstäben übervorsichtig und misstrauisch zu nennen. Auf die jüngeren Völker blicken sie mit den Augen einer alten Rasse, die sich für erfahren hält und aus der mildtätige Güte ebenso wie kalte Geringschätzung entspringen kann. Da die Zeit üblicherweise für sie spielt, sind sie äußerst geduldig und nicht leicht aus der Reserve zu locken. Von Menschen werden sie üblicherweise als in sich gekehrt, gefühllos und berechnend empfunden.
Besonderheiten. Elfen erfreuen sich der zehnfachen Lebenserwartung eines Menschen, d.h. schon ein Elfenkind hat mehr Lebenszeit verbracht als ein Mensch im hohen Alter. Aufgrund ihrer Lebensweise sind es jedoch vorwiegend spirituelle Erfahrungen, die die Elfen in diesen ersten Lebensjahrzehnten erlangen, während sie körperlich erst mit 250 ihren Zenit erreichen.

Kurz gesagt: Die Elfen sollen mystischer, okkulter werden. Für das Klischee des Vulkanier-Besserwissers ist kein Platz, weil sie als Hochkultur zwar alles hatten, aber auch alles verloren und nun Trost in alten Traditionen suchen. Der Sumpf als Lebensraum hilft dabei, das Klischee zu biegen, und dass die Menschen die Retter des Settings sind und nicht die Elfen, sollte ebenfalls dazu beitragen, dass sie eher neidisch und leicht feindselig denn arrogant und superior rüberkommen.

So weit mal ein erster Schnappschuss von meinen Elfen. Ich betrachte das als Arbeitshypothese, auf der ich Örtlichkeiten, Persönlichkeiten und Szenarien und letztendlich dann auch die Heldentypen aufbaue. Ich spiele noch mit dem Gedanken, das Klischee stärker zu brechen, aber ich möchte es auch nicht übertreiben, immerhin soll Destiny Dungeon ja einen traditionellen Kern haben.

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7 Gedanken zu “DD#10 Elfen á la Sumpf

    • Nicht ganz so extrem. Eher „allzeit bereit“ für was immer auf sie zukommt und federnd, wie man es von Naturvölkern kennt. Jedenfalls nicht stolz und aufrecht und königlich würdevoll.

  1. die Beschreibung des Äußeren finde ich nicht so vielversprechend (animalische Körperhaltung, Haut fleckig von Kräutern???) – der Teil über die Lebensweise gefällt mir sehr gut, er ist stimmig! Ob das erreicht wird, was Du Dir erwartest, bleibt z.Z. abzuwarten – ich denke da ist immer noch zuviel Vulkanier-Potential dabei ;o)
    Ich würde mich freuen,w enn Du mehr herausarbeitest, wie sie darauf reagieren, dass ihre Hochkultur unterging. Verstehen sie überhaupt, dass sie selbst das herbeigeführt haben? Oder machen sie es sich einfach und sagen „Sch*** Zwerge haben alles kaputt gemacht!“?

    • Naja, wenn’s Elfen sein sollen, ist der Spielraum beim Erscheinungsbild enden wollend; Vorschläge werden aber gerne entgegen genommen.
      Was ihre Reflexion betrifft: Sie kehren zu alten Traditionen zurück, was dafür spricht, dass sie’s gerafft haben, aber andererseits kultivieren sie immer noch unheimliche Magie und inhalieren Limis, was wiederum dagegen spricht. Unter Umständen nutze ich diesen Widerspruch, um zwei Gruppierungen herauszuarbeiten. Aber das will noch gut überlegt sein. Danke aber für den Hinweis!

  2. Das mit den zwei Gruppierungen von Elfen, die einen traditioneller, natürlicher, die anderen „Magie-Junkies“, erinnert mich persönlich stark an Warcraft, wo die Nachtelfen, die nach einer magischen Katastrophe weiterhin Magie verwenden wollten, ins Exil geschickt wurden und zunächst zu den Hoch- und später zu den Blutelfen wurden – OK, ich möchte irgendwann in den nächsten paar Wochen/Monaten eine D&D 3.5 Warcraft-Kampagne leiten, weshalb ich im Augenblick tief in der Materie drin bin^^. (Nachtelfen -> Jäger und Druiden; Hoch-/Blutelfen -> Magier)

    Ich verstehe auch die „animalische Körperspannung“ mehr in Richtung der Anspannung eines sich anpirschenden Tigers, als in Richtung des primitiven Neandertalers, lieber Kollege.^^

    Man kann ja einen richtig krassen Bruch in der Rasse machen, dass eben einige komplett auf das Limis verzichten, sich größtenteils von Kräutern und Pflanzen ernähren und dadurch eine grünliche Haut bekommen, während die anderen sich ihrer Sucht nach Limis und Magie ergeben und dadurch eine hellere „normalere“ Haut haben. Aber genau diese Unterschiede führen innerhalb der Elfen zu großen Spannungen.
    Des Weiteren können die traditionalistischen Elfen den anderen Völkern der Zivilisation wegen misstrauisch sein, während die Magier die Zwerge des Verrates wegen hassen und die Menschen aus einer Mischung aus Paranoia – „Sie wollen nur unsere Magie“ – und Neid – die Menschen als die Retter – verachten. Ersteren kannst du dann eine Art Weisheit und ein Bedauern gegenüber den kurzlebigen Völkern, dass sie es nicht verstehen, dass Zivilisation zum Untergang führe und letzteren eigentlich schon hochnäsige Vulkanierklugscheißerei als Attitüde geben.

    • Hui, daran gefällt mir einiges sehr gut, Christoph! Bin mir nicht sicher, ob ich soweit gehen möchte, zwei so gegensätzliche Elfenvölker anzubieten (und der Gedanke an grüne Elfen liegt mir auch eher fern), aber die Idee, äußere Merkmale vom Limis-Entzug abzuleiten, hat was, und die Wesenszüge, die du beschreibst, decken sich sehr mit meiner Vorstellung.
      Das Problem beim Definieren von Rassen und Völkern ist ja auch das, dass man für ein Setting genügend Unterschiede und Konfliktpotenzial braucht, letztendlich aber bedenken muss, dass verschiedene Rassen/Völker in derselben SC-Gruppe miteinander klarkommen müssen. Dafür muss man vieles wieder relativieren und allzu krasse Vorbehalte (Verachtung, Hass, Rache…) „aufweichen“.

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