Startschuss für den 3-Aufhänger-pro-Tag-Marathon

Ich halte es für wichtig, dass ein „literarisches“ Produkt, egal ob Roman oder Rollenspiel, aus einem Guss ist. Beim Regelteil von Destiny Dungeon hatte ich mir zuerst selbst ein Bein gestellt, indem ich vieles zu unterschiedlichen Zeitpunkten geschrieben habe, mit dem Ergebnis, dass die Stilistik in der ersten Fassung sehr „volatil“ war, was mir von meinem viel gedankten und noch dazu freiwilligen Lektor auch prompt um die Ohren geworfen wurde. Zurecht. Mit dem Ergebnis, dass ich den Regelteil quasi in letzter Minute fast neu schrieb. Daraus habe ich gelernt.

Weniger die Stilistik und mehr die Konsistenz betreffend, werde ich mich nun auf die Szenarien stürzen und diese in einem Guss verfassen. Ich habe mir daher für die nächsten Wochen vorgenommen, an jedem Werktag 3 Hex-basierte Plothooks zu verfassen. An manchen Tagen werden es natürlich mehrere werden (vorgestern z.B. waren es 10), an manchen weniger (gestern z.B. waren es 0). Worum es geht, ist, den Überblick zu behalten, damit die Aufhänger zusammen passen, von einander Sandbox-artig Elemente aufgreifen, aber auch nicht zu ähnlich sind. Hier ein Beispiel:

HEX 07/08 Rynius-Pass. Eine magische Barriere verhindert das Überqueren dieses Grenzpasses aus beiden Richtungen. Korgothische Truppen warten wie Raubtiere darauf, dass die Barriere fällt. Gespeist wird sie durch einen magischen Kristall, der in einer schwer zugänglichen Höhle abseits des Weges von Magiern aus Istrith bewacht wird. Der Kristall verliert allmählich seine Kraft, da korgothische Priester im nahen Wald ein Gegenritual durchführen.

Das reicht einmal fürs Erste. Sprachliches Fine-Tuning kommt später, ebenso wie Detailinfos (wieviele Priester, wieviele Magier, wie lange dauert Ritual…). In diesem Punkt werde ich noch ein wenig experimentieren, denn der Szenarienteil soll ja auch in gewisser Weise als SL-Teil der Settingbeschreibung fungieren. Während der „abstrakte“ Settingteil eher reduziert ausfallen wird (also kein „Im NW des …. befindet sich der Rynius-Pass. Er ist seit Menschengedenken… bla bla bla“), sollen solche Informationen unmittelbar Abenteuer-Nutzen-stiftend in die Aufhänger eingebettet werden.

Mal sehen, ob und wie das am Ende gelingt.

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Hex Hex

Letztes Mal habe ich euch das geplante Destiny-Setting Der Leere Thron vorgestellt, heute wollen wir es bildlich untermauern. Hier die Fassung, die 2009 entstanden ist:

und hier die aktuelle Fassung:

Man merkt, Destiny Dungeon hat seine Spuren bei mir hinterlassen. So sehr ich Hex-Felder früher abgelehnt habe, ich finde sie mittlerweile sehr praktisch. Sie machen es leichter, Entfernungen einzuschätzen (in diesem Fall misst ein Hex ca. 30 Kilometer, d.h. eine Tagesreise auf ebenem Gelände), vor allem aber kann ich etwas ganz Tolles damit tun: Ich kann gezielt Elemente und Abenteuer-Aufhänger im Setting platzieren, ohne kompliziert auf Karten verweisen zu müssen oder die geographische Lage zu beschreiben. Ganz im Sinne der Kompaktheit meiner AceOfDice-Spiele spart mir das Platz, der dafür für Abenteueraufhänger zur Verfügung steht.

Carcosa bedient sich dieses Ansatzes ja sehr vorbildlich, und für DLT gedenke ich es ähnlich umzusetzen, natürlich in kleinerem Rahmen. Mir schwebt dabei vor, jedes ca. 6. Hex-Feld mit einem Aufhänger zu befüllen und dafür die Meta-Informationen zum Setting entsprechend zu raffen. Bin gespannt, wie sich das mit den 10 veranschlagten Seiten ausgeht. Überschlagsmäßig sind es 30×30 Hex-Felder, davon fällt aber ca. die Hälfte ins Wasser. Damit wären 900 / 2 / 6 = 75 Plothooks auf meiner Agenda. Wenn ich 12 auf eine Seite kriege, brauche ich dafür 6-7 Seiten, der Rest bleibt für allgemeine Meta-Information. Wird knapp, könnte aber gehen.

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Darf ich vorstellen: Der Leere Thron

Es ist an der Zeit, ein paar Worte über das Setting zu verlieren, welches im Destiny Regelwerk enthalten sein wird. Dass ein Setting enthalten sein wird, ist für mich nie eine Frage gewesen, denn meine „Unternehmensphilosophie“ ist ja bekanntlich, Produkte zu veröffentlichen, die für sich selbst stehen können, quasi All-in-one-Spiele. Bei Flucht in Valmorca stand die Kampagne im Vordergrund und das Destiny Regelwerk war Teil des Anhangs, nun wird es umgekehrt sein: Das Destiny Regelwerk wird den größten Teil des Buches einnehmen und das Setting soll Anhangs-Quantität einnehmen.

Da es sich bei Destiny um ein recht klassisches Fantasy-Rollenspiel handelt, soll auch das Setting klassisch sein, d.h. einerseits EDO (Elves – Dwarves – Orcs), andererseits überschaubar und vielseitig, soll heißen thematisch nicht allzu sehr gebunden. Das Material dafür existiert bereits seit einiger Zeit in meiner Schublade. Das Setting heißt „Der Leere Thron“ in Reverenz an den König, der bei der einstigen Besiedlung des Kontinents nicht mehr dabei war, weil er – wie viele andere auch – die Überfahrt nicht überlebte. Das Setting hat damit denselben Ursprung, der auch Destiny Dungeon zu Grunde liegt, nämlich dem alten Volk von Vaern, das gezwungen war, über das Meer der Kreisenden Winde zu fliehen und eine neue Heimat zu finden. Einige fanden sie in Istarea, andere in Telaskia, und letzteres wird den Rahmen für DLT vorgeben.

Das Destiny Regelwerk schließt damit die Lücke zwischen den bisher veröffentlichten Settings, denn auch die in Destiny Beginner enthaltene Stadt Lys Marrah, die zu meiner Freude sehr positive Kritiken bekam, ist eigentlich Teil des DLT-Settings. Damit erstrecken sich die dort gelobten Eigentümlichkeiten (wirtschaftliche Übermacht der Raratinca-Gnome, soziale Spannungen zwischen diversen Fraktionen, Diskriminierung der Zwerge etc.) automatisch auf das größere DLT-Setting, bereichert um einige klassische Elemente wie ein finsteres Schurkenreich Ras’Korgoth und eine von Orks beheimatete Ebene von Mhrenech, die ein offenes Fantasy-Setting einfach braucht und die es auch Lys Marrah-Spielern ermöglichen soll, aus der Stadt auszubrechen und in einen größeren Kontext einzutreten.

DLT und das Machtniveau des Destiny-Regelwerks sind natürlich auf einander abgestimmt, d.h. das Setting wird sich im Bereich der Low Fantasy bewegen, wenn auch im oberen Segment. Für die Aufbereitung habe ich mir übrigens etwas Besonderes ausgedacht, auf das ich in einem der nächsten Artikel zu sprechen kommen werde.

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